Schluss mit bitterem Kaffee: So stellst du deinen Vollautomaten perfekt ein
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Ein Knopfdruck, ein kurzes Mahlgeräusch – und dann die Enttäuschung? Ein Vollautomat ist nur so gut wie seine Geräteeinstellung. Wir zeigen dir, wie du Mahlgrad, Wassermenge und Temperatur so einstellst, dass dein Kaffee auch so schmeckt, wie du es dir wünscht. Denn wer sich auf die Werkseinstellungen verlässt, verschenkt das Potenzial seiner Bohnen.
Warum schmeckt mir ein Kaffee aus dem Vollautomat häufig zu sauer oder zu bitter?
Und warum bekommt der Espresso aus dem Vollautomat keine richtige Crema?
Kürzlich war ich bei Uli zum Kaffee eingeladen, um uns die Fotos des letzten Kurzurlaubs anzusehen. Eigentlich bin ich eher heikel, was Kaffeetrinken ausser Haus angeht. In einem Café trinke ich daher prinzipiell nur noch Tee, weil Espresso meist zu bitter, zu sauer oder mit viel zu wenig Crema serviert wird. Was an Cappuccino oder Latte Macchiato serviert wird, hat mit den italienischen Originalgetränken ebenfalls wenig zu tun, und so verzichte ich in der Gastromie komplett auf diese Enttäuschungen.
Auch bei Freunden tue ich mir schwer, Kaffee aus dem Vollautomaten zu trinken. Ich bin den schön kräftigen Geschmack aus dem Siebträger gewohnt und wurde bisher bei den meisten Kaffeegetränken aus dem Vollautomaten eher enttäuscht. Zu sauer, zu bitter, zu wässrig. Der Milchschaum viel zu grobporig.
Doch Uli hat sich einen neuen Vollautomaten gegönnt und präsentiert mir stolz den Neuzugang in der Kaffee-Ecke. Ich bin vorsichtig und wage mich an einen Cafe Crema, den ich zur Not mit viel Zucker oder Milch pimpen kann. Kurz darauf steht der Cafe Crema vor mir: mit einer stabilen, nicht zu hellen Schaumschicht und überraschend vollmundig. Und vor allem: weder sauer noch bitter.
Uli bemerkt meinen überraschten Gesichtsausdruck. "Weißt du, es wurde jetzt wirklich Zeit für einen hochwertigen Vollautomaten. Ich war schon lange nicht mehr glücklich mit den Kaffeegetränken, die mein alter Vollautomat produziert hat. Die Crema war nichts, der Geschmack hat mir auch nicht getaugt - und das, obwohl ich richtig gute Bohnen für Vollautomaten gekauft hatte. Also nicht diese Discounterbohnen, sondern eine richtige Vollautomaten-Spezialmischung von einem kleinen Röster hier in der Stadt. Er hat auch Vollautomaten im Verkaufsraum und so habe ich mich von ihm beraten lassen. Dass man den Mahlgrad, die Stärke, die Wassermenge einstellen kann - das kannte ich von meinem alten Vollautomaten gar nicht. Und nachdem ich bei ihm eine Brüheinheit gesehen habe, die nicht regelmäßig gereinigt wurde, war es dann beschlossene Sache. Ich wusste ja gar nicht, dass sich in diesen Brüheinheiten so viel verklebte Kaffeereste ansammeln können - und sich vor allem auch Schimmel bilden kann. Das war sehr eklig. Er hat mir dann einen preislich attraktiven Vollautomaten gezeigt, der gute Einstellmöglichkeiten hat und bei dem v.a. die Brüheinheit zur Reinigung entnommen werden kann. Ich wärme jetzt auch meine Tassen immer vor, weil sonst der Kaffee abkühlt und dann zu sauer wird - das kannte ich bisher nur von den Siebträgermaschinen und wusste nicht, dass das auch bei einem Vollautomaten wichtig ist. Und jetzt, wo ich das alles weiß, schmecken mir der Espresso und der Cafe Crema aus dem neuen Gerät so gut, dass ich aufpassen muss, nicht unter einem Dauer-Koffeinflash zu stehen."
Warum schmeckt der Kaffee beim Italiener oft besser als aus der eigenen Maschine?
Viele Besitzer eines Vollautomaten nutzen nur einen Bruchteil des Potenzials ihres Geräts und wissen gar nicht, dass es Einstellmöglichkeiten gibt, mit denen das Kaffeegetränk deutlich verbessert werden kann. Dabei sind es oft nur kleine Justierungen an Mahlgrad, Temperatur und der Wassermenge, die den Unterschied zwischen „schmeckt akzeptabel“ und „super lecker“ ausmachen. Mit unseren Tipps lernst du, an welchen Einstellungen der Vollautomat justiert werden kann, damit jede Tasse zum absoluten Genuss wird – egal ob Espresso oder Latte Macchiato.
Die Bohne ist die Grundlage für guten Kaffee
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Auf die Qualität der Bohnen achten: auch beim Vollautomaten sollte nicht an der Bohne gespart werden. Günstige Discounter-Kaffees sind oft schockgeröstet und haben daher deutlich mehr Säure und Bitterstoffe als eine Spezialmischung für Vollautomaten aus einer handwerklichen Trommelröstung.
Die Lösung: wähle spezielle Mischungen für Vollautomaten aus Traditionsröstereien, die im Trommelröster rösten. Hier stimmt der Röstgrad, die Auswahl der Rohkaffees und auch die Frische. -
Die Frische macht den Unterschied: Selbstredend entscheidet auch die Frische der Bohnen über das Ergebnis in der Tasse. Je länger der Kaffee gelagert wurde, desto mehr gast der Kaffee aus und die Cremabildung leidet.
Die Lösung: kaufe Kaffee mit möglichst langem Haltbarkeitsdatum, wobei die Röstereien die Haltbarkeitsdauer unterschiedlich lange angeben. Ein Kaffee, der bereits seit 2 Jahren in der Tüte lagert wird merklich weniger Crema bilden, als ein Kaffee, der erst seit 3 Monaten in der Tüte verpackt ist. -
Der richtige Röstgrad: der Röstgrad der Bohnen sollte nicht zu dunkel und v.a. nicht zu ölig sein, da die Bohnen im Vollautomaten sonst entweder nicht mehr richtig aus dem Bohnenbehälter in das Mahlwerk nachrutschen oder - noch schlimmer - im Mahlwerk verkleben. Dunkle Röstungen sind durchaus möglich, jedoch sollten noch keine Öltröpfchen auf den Bohnen austreten, sodass ein gewisser Glanz auf der Oberfläche entsteht.
Zu hell geröstete Bohnen haben deutlich mehr Fruchtnoten, die als Säurenoten im Kaffeegetränk durchaus angenehm sein können - aber nicht jedem schmecken.
Die Lösung: die Auswahl des Röstgrads der Kaffeemischung sollte auch nach dem eigenen Geschmack ausfallen. Je dunkler die Röstung, desto weniger Säurenoten treten im Kaffeegetränk auf und stattdessen entfalten sich nussige, schokoladige Aromen. Wer den kleinen Säurekick im Espresso oder Cappuccino liebt, greift auf mittlere bis hellere Röstungen zurück.
Die richtige Lagerung des Kaffees beachten
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Die richtige Lagerung: Kaffeepackungen sollten immer kühl und trocken gelagert werden. Bereits geöffnete Packungen werden luftdicht verpackt, z.B. mit einem Verschluss-Clip oder in einer Vorratsdose. So gelangt keine Luft an die Bohnen. Mit dem Sauerstoff der Luft würden sonst die Kaffeeöle oxidieren und ranzig werden - und das sorgt für unangenehme Geschmacksnuancen im Kaffeegetränk.
Kein Umfüllen der Bohnen: Angebrochene Kaffeepackungen sollten daher auch nicht in andere Gefäße umgefüllt werden, da durch das Umfüllen Sauerstoff an die Bohnen gelangt und diese im Aroma leiden. Auch wenn sie danach in der luftdichtesten Aromadose lagern, hatten die Bohnen bereits Kontakt mit Luftsauerstoff und können oxidieren. Stattdessen die Luft aus der Packung drücken und luftdicht verschließen. Kühl und trocken gelagert können die Bohnen dann bis zum Auffüllen des Bohnenbehälters ihr Aroma bewahren.
Nicht in den Froster: Einfrieren empfehlen wir nicht, auch wenn das oftmals als Möglichkeit genannt wird. Die Gefahr, dass die Struktur der zerbrechlichen Röstkaffeebohnen zerstört werden könnte und darunter auch die Aromen leiden, ist nicht von der Hand zu weisen. Ausserdem kann sich durch den Temperaturunterschied nach dem Auftauen Kondenswasser bilden, das in der Tüte verbleibt. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte die Packung geöffnet bleiben, bis die Feuchtigkeit weg ist. Damit kommt aber wieder Luft an die Bohnen. Optimal wäre nach dem Auftauen direkt die noch gefrorenen Bohnen nur in der benötigten Menge zu entnehmen und direkt zu mahlen. Das erfordert jedoch eine neue Feinjustierung für das Mahlen.
Nicht in den Kühlschrank: Das Lagern im Kühlschrank ist aufgrund der im Kühlschrank herrschenden Feuchtigkeit nur bedingt zu empfehlen. Ein kühles Plätzchen im dunklen Vorratsraum ist meist vollkommen ausreichend, aber auch vom Kaffeeverbrauch abhängig.
Unser Tipp: lieber kleine Kaffeepackungen kaufen und diese ungeöffnet bis zum Gebrauch lagern. Oder regelmäßig frisch gerösteten Kaffee in kleineren Mengen bestellen.
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Weniger ist mehr: der Bohnenbehälter des Vollautomaten sollte nur mit dem Tagesbedarf an Kaffeebohnen gefüllt werden, um die optimale Frische zu erhalten. Zum einen, um den Kontakt der Kaffeebohnen mit der Luft zu vermeiden, zum anderen um die Bohnen nicht der Wärme des Gerätes auszusetzen, die im Betrieb zwangsläufig entsteht. Eine regelmäßige Reinigung des Bohnenbehälters ist ebenfalls ratsam, um Ablagerungen zu entfernen, bevor sie zu störendem Beigeschmack im Kaffee werden.
Die Feineinstellung ist der Schlüssel zum perfekten Ergebnis in der Tasse
Interessanterweise schmeckt ein und dieselbe Kaffeemischung bei verschiedenen Vollautomaten oftmals ganz unterschiedlich. Auch wenn es dasselbe Vollautomatenmodell ist. Grund dafür sind die individuellen Einstellungen, mit denen noch mehr Geschmack aus den Bohnen herausgeholt werden kann und saurer bzw. bitterer Kaffee der Vergangenheit angehört. Diese Einstellmöglichkeiten solltest du nutzen und nicht auf die Werkseinstellung vertrauen.
Wichtig: Auch nach einem Service sollte die Feineinstellung neu vorgenommen werden, da danach oftmals wieder die Werkseinstellungen im Gerät hinterlegt sind!
- Der richtige Mahlgrad: Häufig sind Vollautomaten ab Werk im Mahlgrad fest voreingestellt. Dieser Mahlgrad passt jedoch nicht pauschal zu jeder Kaffeemischung und muss individuell angepasst werden.
Zu grob gemahlen.
Durch zu grobe Mahleinstellung wird weniger Aroma aus dem Kaffeemehl extrahiert und das Kaffee rauscht schneller hindurch. Das Ergebnis ist ein wässrig schmeckender Kaffee mit zu heller Crema - oder auch ohne Crema. Durch die Überextraktion entwickelt sich zudem eine deutliche, unangenehme Säure.
Zu fein gemahlen
Durch eine zu feine Mahlgradeinstellung erhöht sich die Brühzeit, denn das Wasser verweilt länger im Kaffeepulver und es werden dabei mehr Bitterstoffe freigesetzt. Die Crema wird dann sehr dunkel und zeigt deutliche Blasen.
Die Lösung:
So fein wie möglich mahlen, ohne dass die Pumpe „erstickt“ und auch die Wassermenge entsprechend anpassen.
- Die richtige Kaffeemenge im richtigen Verhältnis zur Wassermenge: Auch hier sind die Werkseinstellungen des Vollautomaten nicht immer pasend für die jeweilige Kaffeemischung. Mit der Kaffeemenge kann zum einen die Intensität und Stärke des Kaffeegetränks gewählt werden. Zusammen mit der richtigen Wassermenge wird jedoch auch die Cremabildung und der Geschmack beeinflusst.
Zu wenig Pulver im Verhältnis zur Wassermenge
Wird zu wenig Pulver für den Kaffeebezug verwendet, entsteht ebenfalls ein wässriger Kaffee ohne Crema. Eine zu hohe Wassermenge verstärkt die Bitterstoffe.
Zu viel Kaffeepulver im Verhältnis zur Wassermenge
Bei einer zu großen Kaffeemenge verlängert die Kontaktzeit des Wassers im Kaffeemehl und verstärkt die Bitterstoffe.
Die Lösung:
Für einen aromatischen Kaffee daher die Kaffeepulvermenge bzw. die Stärke möglichst hoch einstellen und auch die Wassermenge entsprechend anpassen.
- Die richtige Brühtemperatur: auch wie bei einem Brühkaffee sollte das Wasser die optimale Temperatur haben. Zu kaltes Wasser löst nicht so viele Aromen aus dem Kaffeemehl, zu heißes Wasser verbrennt das Kaffeemehl.
Die Brühtemperatur ist zu hoch
Bei zu hoher Temperatur entwickelt sich eine zu dunkle Crema, ausserdem kann der Kaffee leicht verbrannt schmecken. Zu heißes Wasser verstärkt ausserdem die Bitterstoffe.
Die Brühtemperatur ist zu niedrig
Wird der Kaffee nicht heiß genug zubereitet, wird weniger Aroma extrahiert und die Crema ist eher dünn und viel zu hell. Zu kaltes Wasser löst zwar weniger Bitterstoffe, dafür dominieren die Säuren im Kaffeegetränk.
Die Lösung:
Stelle die Brühtemperatur zwischen 90°C und 96°C ein
- Die Qualität des Wassers: gechlortes Wasser oder ein hoher Kalkgehalt beeinträchtigen den Geschmack des Kaffeegetränks. Filterkartuschen oder Wasser aus der Flasche ist dann eine geeignete Alternative zum Leitungswasser.
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Regelmäßige Reinigung der Brühgruppe: Zwar fordert ein Vollautomat regelmäßig sein Reinigungs- und Entkalkungsprogramm ein, die Brühgruppe selbst ist jedoch ein sehr sensibler Bereich und sollte ebenfalls regelmäßig und gründlich gereinigt werden.
Gute Vollautomaten, meist Modelle, die für den gewerblichen Gebrauch geeignet sind, haben eine gut zugängliche Brühgruppe. Diese kann im Idealfall auch entnommen werden, um sie unter dem Wasserhahn ausspülen zu können. So haben verschimmelte Kaffeereste oder ranzige Reste in der Brühgruppe keine Chance und der Kaffee wird nicht durch störende Aromen ruiniert.
Das gründliche Nachspülen nach der Reinigung ist ebenfalls wichtig, um chemische Rückstände und deren störende Aromen im Kaffee zu vermeiden.
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Das Vorwärmen der Tassen: auch bei einem Vollautomaten sollten die Tassen vorgewärmt werden. Insbesondere bei Espresso wird in zu kalten Tassen das Getränk schneller abgekühlt, sodass die Crema sehr hell und der Espresso auch sauer werden kann.
Oftmals können die Tassen oben auf dem Gerät auf der Tassenablage vorgewärmt werden oder mit einem Schluck heißem Wasser vortemperiert werden, sodass die direkt vor dem Kaffeebezug geleerte Tasse das Kaffeegetränk nicht abkühlen kann.