Säurearmer & milder Kaffee
Warum schmeckt milder Kaffee so harmonisch?
Das Geheimnis hinter einem milden Kaffee mit wenig Säure liegt zum einen in der Auswahl der Rohkaffeebohnen, indem die von Natur aus besonders säurearmen Rohkaffees für die Kaffeemischung verwendet werden. Im Röstvorgang wird dann zunächst die aggressivere Chlorogensäure abgebaut. Bei industriellen Schnellröstungen wird oftmals nur die Oberfläche geröstet, im Inneren der Kaffeebohnen bleibt jedoch noch ein Rest der Chlorogensäure, weshalb diese Kaffees unangenehm bitter oder sauer empfunden werden können. Bei der handwerklichen Langzeit-Trommelröstung wird langsam und schonend bis in den Kern hinein geröstet, sodass die Chlorogensäure vollständig abgebaut wird. Mit zunehmend dunkler werdendem Röstgrad werden schließlich die Fruchtsäuren abgebaut und es entstehen milde und aromatische Röstaromen. Das Ergebnis ist ein runder, harmonischer Kaffee, der mit Noten von Schokolade, Nuss oder Karamell den Gaumen umschmeichelt.
Arabica oder Robusta: Welche Bohne ist von Natur aus säurearm?
Für unseren säurearmen Kaffee wählen unsere Röstereien die Rohkaffeesorten bereits aufgrund ihres Ursprungslandes gezielt aus. Hochwertige Arabica-Bohnen aus bestimmten Anbauregionen (wie Brasilien oder Indien) weisen von Natur aus ein milderes Profil auf als Kaffees aus steilen, ostafrikanischen Höhenlagen wie z.B. Kaffees aus Äthiopien oder Kenia. Auch edle Robusta-Bohnen spielen ihre säurearmen Stärken aus: Sie enthalten von Natur aus deutlich weniger Kaffeesäuren und verleihen feinen Blends eine wunderbare Cremigkeit und einen vollmundigen Körper, ohne zu sauer oder zu fruchtig zu wirken.
So bereitest du milden Kaffee optimal zu
Um das Beste aus deiner milden Kaffeemischung herauszuholen, kannst du auch bei der Zubereitung an ein paar Parametern optimieren:
- Der Mahlgrad: Wähle den Mahlgrad nicht zu fein, um eine Überextraktion zu vermeiden, die Bitterstoffe betont und mehr Säuren aus dem Kaffeemehl herauslöst.
- Die Wassertemperatur: Brühe deinen milden Kaffee idealerweise mit 90 °C bis 94 °C heißem Wasser auf. Zu heißes Wasser verbrennt die ätherischen Öle aus dem Kaffeemehl und hat einen bitteren und verbrannten Geschmack zur Folge. Zu kalt gebrühter Kaffee löst die ätherischen Öle nicht optimal aus dem Kaffeemehl und der Kaffee wird sauer, dünn und wässrig im Geschmack.
- Das Brühverfahren: Die Zubereitung im Handfilter, der French Press oder im Vollautomaten eignet sich perfekt, um die sanften Nuancen des Kaffees optimal zur Geltung zu bringen. Milde und säurearme Espressomischungen sind jedoch auch im Siebträger sehr beliebt